Bei Schlaganfall sofort den Notruf wählen

Aufklärung am „Tag gegen den Schlaganfall“ am Rems-Murr-Klinikum Winnenden / Weniger als die Hälfte der Patienten treffen rechtzeitig für Lyse-Behandlung im Krankenhaus ein 
Winnenden/Schorndorf. Am „Tag gegen den Schlaganfall“ hat Prof. Dr. Ludwig Niehaus, Regionalbeauftragter der Deutschen Stiftung Schlaganfallhilfe und Chefarzt Neurologie am Rems-Murr-Klinikum Winnenden, gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Bernhard Fröhlich, Chefarzt der Gastroenterologie, Allgemeine Innere Medizin und Geriatrie an der Rems-Murr-Klinik Schorndorf, auf die Dringlichkeit einer Behandlung bei einem Schlaganfall aufmerksam gemacht. „Bei einem Schlaganfall sagt man „Time is brain“. Mit jeder Minute, die verstreicht, wird die betroffene Region im Gehirn nicht mit Sauerstoff versorgt. Das Gewebe stirbt ab“, so Niehaus. „Deswegen ist es so wichtig, bei einem Schlaganfall sofort den Notarzt zu rufen. Leider kommen immer noch zu viele Patienten zu spät zur Behandlung. Hier ist dringend Aufklärung geboten,“ so der Chefarzt.

Die Zahlen geben dem Neurologen Recht: Nach den landesweiten QS-Daten (2020) treffen durchschnittlich nur 36 Prozent der Patienten innerhalb von drei Stunden im Krankenhaus ein, knapp über 40 Prozent treffen innerhalb von vier Stunden ein. „Das ist deshalb so wichtig, weil wir nur innerhalb der ersten Stunden nach dem Schlaganfall noch eine Lyse machen können. Das ist eine Behandlung, mit der wir das Blutgerinnsel, welches die Gefäße verstopft, auflösen können,“ so Niehaus. „Mit jeder Minute Verzögerung sinken die Chancen für eine Rettung des Gehirngewebes rapide und die Patienten tragen häufig dauerhaft schwere Schäden davon.“

„Mit der regionalen Stroke Unit in Winnenden und der Schlaganfalleinheit in Schorndorf sind wir für eine schnelle Versorgung von Schlaganfällen bestens aufgestellt,“ so Dr. Bernhard Fröhlich, Chefarzt der Gastroenterologie, Allgemeine Innere Medizin und Geriatrie an der Rems-Murr-Klinik Schorndorf. „Bei Verdacht auf einen Schlaganfall haben wir feste und gelernte Abläufe mit einem interdisziplinären Team, das sich sofort um den Patienten kümmert. Wenn der Patient also erst einmal im Klinikum ist, dann wird er auch bestmöglich versorgt. In Schorndorf sind aber nur 44 Prozent, die im richtigen Behandlungsfenster zu uns kommen. Deswegen machen wir heute auf den Schlaganfall aufmerksam,“ betont Fröhlich. 

Auf der fast vollständig ausgebuchten Veranstaltung klärte Prof. Niehaus die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Prävention auf und wie viel positiven Einfluss auch nur einige Minuten Bewegung auf die Gesundheit habe. Auch die Frage, wie man einen Schlaganfall erkennt, wurde praktisch eingeübt: Gemeinsam mit dem Publikum praktizierte Prof. Niehaus den FAST-Test und ging die einzelnen Punkte schrittweise durch:

•    F steht für „Face/Gesicht“: Man bittet den Betroffenen zu lächeln. Hängt ein Mundwinkel herunter, so ist das ein Anzeichen für einen Schlaganfall. 
•    A steht für „Arms/Arme“: Man bittet den Betroffenen, beide Arme zu heben. Hängt ein Arm herunter, so ist dies ein Anzeichen. 
•    S steht für „Speech/Sprache“: Verwaschene Sprache oder Schwierigkeiten beim Sprechen sind ein Anzeichen. 
•    T steht für „Time/Zeit“: Rufen Sie 112 und nennen Sie den Verdacht auf einen Schlaganfall. 

An einem Stand konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Krankheit und die Prävention informieren. Dabei stellten Gabriele Glatki und Dr. Klaus Feurer die Schlaganfall-Selbsthilfegruppe Rems-Murr vor. Andrea Leissner, Übungsleiterin Rehabilitationssport Neurologie und Innere, Turnerbund Beinstein e.V. und TSG Backnang, übte mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmer einfache und wirkungsvolle Bewegungsabläufe ein.

Weitere Informationen zu den Rems-Murr-Kliniken gibt es im Internet auf www.rems-murr-kliniken.de